Erstihütte

Ein ganzes Wochenende lang haben mehr als 40 Geographen eine Hütte in Gries am Brenner unsicher gemacht. In Fahrgemeinschaften gings voll motiviert, mit reichlich Wegbier im Kofferraum los Richtung Österreich. Nachdem auch die Letzten, mit leichter Verspätung und spannenden Stories der Anreise, die Kirche am Fuße des Sattelbergs gefunden hatten und unser Gepäck in den Hüttenbus verladen wurde – ja, wir mussten tatsächlich nicht schleppen! – starteten wir zu Fuß den kaum beschneiten Feldweg durch einen Wald nach oben. Da der Aufstieg nicht allzu lang und steil ist, kann selbst ein nicht-bergaffiner Geograph (solls auch geben) die Steigung locker meistern.

Oben auf der Sattelbergalm angekommen brach die Hektik um das schönste Zimmer, mit den liebsten Kommilitonen und selbstverständlich dem besten Blick über uns herein. Zu guter Letzt hat jeder ein Schlafgemach gefunden und wir haben den Abend entspannt, alle gemeinsam in der Stube eingeläutet. Tanzend, essend, spielend, singend, am Kaminfeuer sitzend ging es durch die erste Nacht, in der bereits Freundschaften entstanden sind, die das ganze Studium und noch viel länger halten sollen. Bis auch der oder die letzte mit dem Ohrwurm „Ja, i kimm und er kimmt ausm scheena Bayernland…“ in den frühen Morgenstunden mit einem Lächeln im Gesicht in seinen Schlafsack verschwunden war, sah man am Horizont bereits die Sonne aufgehen.

Der äußerst sonnige Samstag hat uns den Kater erleichtert und wir lagen in Liegestühlen vor der Hütte, bevor sich einige von uns sportlich an den Gipfelaufstieg gewagt haben! Die ersten bekämpften mit Gösser Naturradler oder dem ein oder anderen Obstler den Kopfschmerz, während sich andere mit der Wochenendausgabe der Süddeutschen begnügten oder ihre DJ-Skills unter Beweis stellten.

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Jeden Abend gab es ein Kochteam, das uns mit Chili sin carne und echten schwäbischen Käsespätzle (mit Lob von einem ECHTEN Schwaben) bekochte. Wer nicht gekocht hat, war in ein Spülteam eingeteilt. Klingt hart, macht aber doppelt so viel Spaß, wenn zwischendurch Showeinlagen oder Rap-Battels in der Küche stattfinden.

In alter Manier nimmt auch der zweite Abend einen ähnlichen Lauf wie der Freitag und wir tanzen, singen, schafkopfen und schnappen ab und zu bei einer Runde Flunkyball oder einer Raucherpause frische Luft.

Wehmütig stehen wir Sonntagvormittag mit gepackten Rucksäcken im Sonnenschein auf der Terrasse. Das Wochenende war natürlich viel zu kurz und man wünscht sich, es würde noch ein paar Tage so weiter gehen. Einige versuchen den Abschiedsschmerz mit den wirklich allerletzten Bierresten oder lautstarken Gesängen zu bekämpfen, während wir alle zusammen die Hütte von unseren Verwüstungen befreien und auch das letzte Staubkorn hinausfegen.

Die Erstihütte hat uns sehr zusammengeschweißt und echte Freundschaften entstehen lassen. Auch war es eine perfekte Möglichkeit die Leute aus der Fachschaft aus höheren Semestern kennenzulernen und noch wichtige Insidertipps für das Studium abzusahnen!

Danke für die schöne Zeit und schade, dass man nur einmal Ersti ist!